Schulische Fördermaßnahmen für ausgesiedelte Schülerinnen und Schüler


 

Seit Mai 1989 fördert das Gymnasium Fabritianum die Integration von ausgesiedelten Schülerinnen und Schülern aus Osteuropa, aber auch andere Seiteneinsteiger, z.B. aus dem früheren Jugoslawien. Die uns zugewiesenen Schüler haben gute und sehr gute Zeugnisse, verfügen häufiger aber über gar keine oder nur geringe Deutschkenntnisse.


Unser Ziel ist es, diesen Kindern eine möglichst schnelle und erfolgreiche schulische Integration zu ermöglichen. Eine vollständige Integration in den Regelunterricht soll in 2 bis 2 ½ Jahren gelingen. Dies bedeutet sicherlich eine gewaltige Anforderung für unsere neuen Schülerinnen und Schüler und setzt enorme Anstrengungen voraus.


Wir streben eine gleitende Integration in den Regelunterricht an, d.h. im oben genannten Zeitraum werden die Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich (z.B. in Mathematik) , bzw. so spät wie notwendig beurteilt. Ist eine Eingliederung in unser Fremdsprachenangebot nicht möglich – z.B. wenn die Fremdsprache im Herkunftsland nicht erteilt wurde – kann die jeweilige Muttersprache im Rahmen einer Feststellungsprüfung die Fremdsprache ersetzen. Dies ist auf schulischen Antrag aber nur in begründeten Einzelfällen möglich.


In der Regel besuchen die Seiteneinsteiger von Anfang an den Unterricht ihrer Klasse, um eine schnellere Integration und einen engeren Kontakt zur Zielsprache Deutsch zu erreichen.


Wie schwer das gerade in den ersten Monaten ist, kann man sicherlich nachvollziehen. Eine Hilfestellung bietet der Förderunterricht in Deutsch, der bei uns Rahmen des Vormittagsunterrichts und zusätzlich nachmittags von der Stadt Krefeld angeboten wird.


Der schulische Förderunterricht in Deutsch wird auf mindestens zwei unterschiedlichen Anforderungsniveaus erteilt, d.h. für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Handlungsfähigkeit ist die grundlegende Bedingung für eine schulische und soziale Integration. Dies gilt natürlich auch für die Eingliederung in unser Fremdsprachenangebot. Bei Bedarf fördern wir auch in Englisch und Französisch für einen begrenzten Zeitraum. Das Land NRW stellt uns für dieses Programm ein festgelegtes Kontingent an Förderstunden zur Verfügung, dass bei voller Ausschöpfung ausreicht.


Trotz oft schwieriger Voraussetzungen haben wir seit 1989 viele – nicht nur leistungsmäßig – erfolgreiche Eingliederungen begleiten können. Frau von Hoegen-Wentzler und ich – zeitweise auch weitere Kolleginnen und Kollegen – betreuen diesen Zweig von Anfang an und sind uns sicher, dass unsere Seiteneinsteiger nicht nur im Sinne eines zusammenwachsenden Europas eine Bereicherung für das Fabritianum sind.



Diese Website wurde von den Schülern Philipp Arras, Alexander Neumann und Marco Sabotinski entwickelt.